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Mehr Vertrauen – weniger Angst

Nach dem »Super-Wahlsonntag« sorgt sich »die Republik«. Das tut sie gern. »German Angst« ist so präsent wie eh und je. Sie sorgt sich vor einer Radikalisierung. Vor dem Auseinanderbrechen der gewohnten politischen Ordnung. Und tatsächlich kommt es einem so vor, als sei gar nicht die Sorge ausschlaggebend. Mehr klingt es so, als wolle man den Zustand lustvoll herbeireden, vor dem man doch eigentlich warnt. Gleich nach der redundanten Berichterstattung über die Ergebnisse des Votums in drei Bundesländern diskutierte man bei »Anne Will«. Ralf Stegner repräsentierte exemplarisch den Zustand der politischen Diskussionskultur. Er redete sich, nicht zum ersten mal bei Talkshows, in Rage und attackierte seine Kontrahentin Beatrix von Storch mit nachhaltiger Sturheit und Aggressivität, dass man sich nur die Augen reiben konnte. Maßlosigkeit ist das Gegenteil von politischer Mitte. Stegner behauptete locker, Beatrix von Storch und die AfD wollten (aktiv) auf Menschen schießen. Ja, auf Frauen und Kinder. Wenn die Partei der Juristin an »der Macht« sei, müsse man erwarten, dass sie erst die Meinungsfreiheit und dann Artikel 1, den Schutz der Menschenwürde abschaffen würde. Viel mehr agitatorische Luft nach oben ist nicht mehr möglich.

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»ikdrawingz« – ein Blogprojekt für eine brüderliche Welt

Der Name »ikdrawingz« geht nicht sofort ins Ohr. Wenn man aber einmal hinter diese Marke gesehen hat, jedoch ins Herz. Das Blogprojekt ist ein beredtes Symbol dafür, was das Internet mit all seinen Möglichkeiten bietet. Wie alle Instrumente der menschlichen Kultur hat auch das Internet janusköpfig beide Möglichkeiten. Man kann Hass verbreiten. Oder Kultur und Integration. »Alle Menschen werden Brüder, wo Dein sanfter Flügel weilt«. Das war ein Traum von Friedrich Schiller, der von keinem geringerem als Ludwig van Beethoven in grandiose Töne gesetzt wurde. Es erinnert an einen alten Traum der Menschheit. Gräben zu überwinden. Barmherzigkeit und Brüderlichkeit zu leben. Ismail Kayapınar lebt diesen Traum. Er ist es, der »ikdrawingz« ins Leben gerufen hat. Ursprünglich ein Instragramm-Projekt, denn der junge Künstler und Blogger kommt von der Zeichnung und fing dann ab 2011 an zu schreiben. Seit 2015 nun existiert »ikdrawingz« – Literatur für Rebellen und Weise. Und für Neugierige, Träumer und Realisten, möchte man hinzufügen. Ismail Kayapınar versucht mit dem Leser zusammen, die Welt zu verstehen. Er ist vom Beobachten der Welt bewegt und überträgt diese Bewegung auf die Leserinnen und Leser.

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Integration statt Hasspropaganda

Wir befinden uns in einer Situation dramatischer Radikalisierung. Die Gräben durch die Gesellschaft werden immer tiefer. Die AfD und der Umgang mit ihr ist dafür ein Indikator. Auf der einen Seite gibt es eine immer größere Anzahl von Bürgern, die der Par-tei um Frauke Petry ihre Stimmen geben werden. Auf der anderen Seite wird die Zahl all derer größer, die der AfD und ihren Anhänger zutiefst feindlich gegenüber eingestellt sind. Im Wettbewerb der Skandalisierung – die einzige Chance, um in den Medien wahrgenommen zu werden –, überbieten sich die Kontrahenten tagtäglich. Da wird auf der einen Seite prognostiziert, dass der Schusswaffengebrauch an den Grenzen, die Ultima Ratio sei. Daraus wird in den Medien ein »Schießbefehl«. Die AfD lebt als populistische Partei von der Angst der Menschen. Ihre Kritiker, die den Staatsstreich vorhersagen, aber ebenso. Weiterlesen

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Auf der Suche nach dem besonderen Wein

Ich traf den bekannten Sommelier Jürgen Giesel in der Wolfenbüttler Rösterei Treccino und schwärmte mit ihm über Wein, Geschmack, Aromen und Strukturen.

Gutes Essen und ein entsprechender Wein. Das gehört einfach zusammen. Und wenn man auch Menschen irgendwie verstehen kann, die dem Trinken alkoholischer Getränke aus gesundheitlichen Gründen abgeschworen haben: Niemals mehr die ergänzenden Aromen eines Glases Wein neben denen zu spüren, die sich aus dem Essen heraus entfalten. Das möchte man sich nicht wirklich vorstellen. Umso gespannter war ich auf einen Interviewpartner, der als Koryphäe seiner Zunft gilt. Jürgen Giesel ist nicht nur irgendein Sommelier, sondern einer, der Preise und Ehrungen abgeräumt hat  und, der vor allem in jungen Jahren fast alles erreicht hat, was man erreichen kann. Wir treffen uns im Treccino in Wolfenbüttel. Es sind zwei neue Kaffeesorten, Kolumbianer, da und da ist man natürlich auch sofort neugierig, was ein geschulter Gaumen so herausschmeckt. Sommelier oder Berufssportler. Nicht häufig wird man diese beiden Möglichkeiten in einer Biografie antreffen. Für Jürgen Giesel standen sie vor vielen Jahren als Option. Und wenn man ihn heute über das Thema Wein leidenschaftlich sprechen hört, man ahnt, dass er das Bällewerfen auf einen Korb genauso ehrgeizig betrieben hätte. Wenn es denn dazu gekommen wäre.

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Asisi Panometer Dresden - Eröffnung "Dresden 1945" am 23.01.2015 © asisi

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Yadegar Asisi: „Man darf nicht Richter sein“

Ich hatte erst gar nicht den Namen verstanden. Im Auto ist das immer so eine Sache. Ab 100 Stundenkilometer werden Wortbeiträge bei NDR-Kultur oder Deutschlandradio zu einem Aufmerksamkeitstraining. Jedenfalls in den Autos, die ich fahre. Und schließlich ist es bei fremden Namen nicht leicht für mein Hörverständnis. Das ist auch bei Kino- oder Buchbesprechungen so. Wenn man nichts zu Schreiben zur Hand hat, kann die Titelsuche problematisch werden. Ein Lob auf Google. Hier werden ähnliche Lautungen beim Suchen honoriert. Zumindest, wenn sie mit den entsprechenden Begriffen gepaart werden. Zuerst wollte ich schon wegschalten. Der Name klang fremd. Vielleicht arabisch. Ich hatte ihn noch nie gehört. Ein Interview über vierzig Minuten, bei dem der Befragte sich Musiktitel wünschen darf. Den Anfang hatte ich verpasst. Es ist ja schwierig, wenn man etwas über Kunst nur hört. Es sei denn, es handelt sich um Musik. Und moderne Kunst. Selten, dass die mich vom Hocker reißt. Und dennoch.

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8gegen88 in der FH Dortmund

8gegen88 klingt erst einmal ein wenig reißerisch. Zumal in einer Fachhochschule. In Dortmund hatte der Fachbereich 8 der FH einen Aktionstag und wollte Stimmungslagen am »rechten Rand« erkunden. 88 ist ein Szenecode im rechten Bereich, der aber weithin überschätzt wird. Ein Teil dieses »rechten Randes« wird sich über den Hitlerismus definieren – 88 soll für »Heil Hitler« stehen. Ein anderer nicht. Ich konnte einen Teil dieses Aktionstages erleben. Im Anschluss an den Vortrag von Olaf Sundermeyer, der nach seiner Dokumentation »Dunkles Deutschland« über rechte Allianzen bei der Ablehnung des Flüchtlingszuzugs seine Erkenntnisse darlegte, durfte ich mit den Studentinnen und Studenten über die »perspektiven des Ein- und Ausstiegs reden. Über Fragen Radikalisierung und Deradikalisierung.

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Willkommenskultur – die brauchen wir dringend

Es wird gerade viel von Willkommenskultur gesprochen. Die Menschen sind weltweit zu Millionen auf der Flucht, weil ihnen die Heimat zerstört wird, weil Krieg und Korruption herrschen (an denen immer jemand verdient) und auch nach Europa und Deutschland kommen die Menschen. Neben Angst und Fremdenfeindlichkeit gibt es Offenheit. Die Politik fordert sie ein und Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig plant 12,5 Millionen Euro, um mit einem Programm »Willkommen bei Freunden« eine positive Stimmung zu schaffen. Aber muss man sich wirklich wundern, dass in der breiten Bevölkerung Willkommenskultur nur wenig ausgeprägt ist? In welchem Umfeld bewegt sich die Flüchtlingsproblematik? Wie sieht die Gesellschaft aus? Denn wenn woanders Willkommenskultur gepflegt wird, könnte man das auch in der aktuellen Krise erwarten. So richtig glauben kann man daran aber nicht.

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